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Die Koordinatoren von Boats4People sprechen über die Aktion

Seit Mitte der 90er Jahre sind, bei ihrem Versuch Europa zu erreichen, mehr als 20.000 Migranten im Mittelmeer gestorben. Die Irrfahrten der Schiffe wie die Schiffbrüche finden unten den Augen der Schiffe der Küstenwache, der Wachpatrouillen von Frontex und auch manchmal vor Militärschiffen (nach der Intervention der NATO in Lybien zum Beispiel) statt. Zu oft wird die Pflicht den Menschen im Meer zur Hilfe zu kommen, welches in internationalen Verträgen, festgeschrieben ist, nicht respektiert.

Seit Jahren appellieren afrikanische und europäische Organisationen vergeblich an Regierungen im Hinblick auf die  vielen Toten unter den Flüchtlingen im Mittelmeer, sowie an allen Grenzen der Europäischen Union und seinen Territorien in Übersee. Im Angesicht des Schweigens der europäischen Länder, die sich verweigern Exil suchende aufzunehmen, im Angesicht repressiver Politiken, die die Migration nach Europa immer mehr kriminalisieren, haben diese Organisationen entschieden, ihre Anstrengungen zu bündeln und zur Aktion zu schreiten.

Im Juli 2011 entsteht die euro-afrikanische Koalition Boats4People, mit dem Projektein Boot der Solidarität im Mittelmeer zu chartern Die Aktion hat das Ziel, die Seezonen, in welchen sich die Schiffbrüche ereignen, zu beobachten, über das massenhafte Sterben im Mittelmeer zu informieren und die Verantwortlichkeiten aufzuzeigen.

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Ein Jahr später, im Juli 2012, wird das Projekt realisiert. Nach dem internationalen Anti-Rassismuss Treffen in Cecina, verlässt das Segelschiff „Oloferne“ die toskanische Küste in Richtung Palermo (Sizilien). Anschließend geht es nach Monastir, Tunesien wo die Vorbereitungen für das Weltsozialforum laufen. Die Überfahrt in Lampedusa zum Anlass eines Filmfestivals, das der Migration gewidmet ist. Die Aktivisten an Bord, Anwälte und Journalisten, nehmen die entgegengesetzte Route der Boat-People. Auf jeder Etappe der Reise werden Events organisiert (Pressekonferenzen, Demonstrationen und Gedenkfeiern, Verteilen von Flyern, Filmvorführungen, Diskussionen).

Von Anfang an, schien es den Mitgliedern von Boats4People notwendig diese Aktion zu filmen. Die Koalition hat deshalb die Filmemacherin Nathalie Loubeyre, und den Kameramann Joel Labat, eingeladen, an allen Etappen der Mittelmeerüberfahrt teilzunehmen. Diese videografische Unterstützung ist besonders bedeutsam für Boats4People, da sie die Möglichkeit eröffnet, eine ungewöhnliche Aktion zu teilen, und das Publikum zu sensibilisieren, zu mobilisieren und den Kampf fortzusetzen.

Die Überfahrt hat es ermöglicht eine starke Nachricht an die Zivilgesellschaft wie die europäischen Autoritäten zu senden: Es kann keine Strafffreiheit auf dem Meer geben. Das Seerecht muss respektiert werden. Um es genereller zu sagen; die freie Zirkulation darf nicht nur für diejenigen gelten, die die Länder des Nordens verlassen, sondern gilt für die Gesamtheit der Bewohner des Planeten. Das freie Zirkulieren muss reziprok sein. Dieser Kampf gilt zwingend als eine Bekräftigung der euro-afrikanischen Solidarität für die Verteidigung der Rechte der Migranten, zu der Boats4People beiträgt.

 Die Koordinatoren von Boats4People